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Die Philosophie der K.N.P.V. war ganz klar. Es sollte sich nur um die wesentlichen Dinge im Hund drehen. Alleine die Gesundheit und damit die Arbeitsfähigkeit waren ausschlaggebend für die Zucht. Diese Philosophie wurde in einem sehr starken Maß bis heute weitergegeben. Dies konnte zum einen durch die umfangreiche Prüfungsordnung erreicht werden, zum anderen durch den Stolz der Mitglieder die stets bestrebt waren nur das Beste zu züchten!! Da schon damals wie heute die Prüfungsordnung der K.N.P.V. die praxisorientierteste PO der Welt war und ist, war es ein Kinderspiel diese Hunde in der ganzen Welt “anzusiedeln”!! Dies ist heute immer noch so. Sämtliche Einrichtungen und Vereinigungen, die nun gegründet wurden, übernahmen zum Teil sehr große Stücke aus dieser PO. Ob Franzosen, Belgier, Amerikaner oder Israelis, sämtliche Nationen kaufen noch heute in sehr großem Umfang zertifizierte Hunde der K.N.P.V.. Nicht nur um ihre eigenen Linien aufzubessern, vor allem deswegen, weil die meisten ausgebildeten Hunde einfach zu übernehmen und sie sofort einsatzbereit sind. Dies zeichnet diese Hunde besonders aus. Ebenfalls die Prüfungsordnung, welche so einfach wie möglich und trotzdem sehr umfangreich gehalten wurde. Sie beschränkt sich, wie die Zucht, nur auf wesentliche Sachen. Es gibt hier keine Dressur wie im IPO Sport, wo die Hunde immer akurat und militaristisch alles machen müssen. Z.B. Wenn es heißt “Volgen” (FUß), bedeutet das für den Hund nicht Kopf in den Nacken und wie eine Maschine mitzumaschieren, sondern dem Herrn folgen und aufpassen was um ihn herum passiert. Die Übungen an sich müssen auf jeden Fall sicher ausgeführt werden aber nicht militaristisch.
Zu den Prüfungsordnungen: In der K.N.P.V. gibt es verschiedene Prüfungsstufen. Es gibt die Polizeihundeprüfung 1 und 2, den Objektbewachungshund den Suchhund und den Rettungshund. Schon damals wurde sehr viel Wert auf das Individuum des Hundes gelegt. Was bedeutet, daß sich nicht jeder Hund als Zugriffshund oder Suchhund eignete. Aus diesem Grund wurde schon in den alten Tagen Hunde auf ihre speziellen Einsatzbereiche hin selektiert. Brauchte man einen Suchhund, so gab es Spezialisten auf diesem Gebiet. Benötigte man einen guten Zugriffshund, so mußte man nicht erst warten bis das SEK vor Ort war, man rief einfach den Beamten um die Ecke!! Auch dies ist heute immer noch so!! In Holland gibt es spezielle Institutionen der K.N.P.V. die nur Suchhunde für Drogen, Sprengstoffe, Leichen, Tabak und alles andere ausbilden. Es gibt Schulen die nur auf das Retten von Menschen spezialisiert sind und es gibt die zahlreichen PHV- Clubs die, einzig und allein, Hunde für den Einsatzbereich auf der “Straße” ausbilden. Hier muß man nochmals unterscheiden, zwischen dem Objekthund(Obj.) und dem Polizeihund(PH). Der Objekthund ist alleine nur für das Bewachen und Beschützen fremder Objekte zuständig. Der Polizeihund dagegen ist überall im Einsatz. Obwohl sich die Prüfungsordnungen nur im Geringsten unterscheiden. Es sei noch erwähnt, daß die K.N.P.V. das Glück besitzt, alte Traditionen zu hegen. Das liegt unter anderem an sehr vielen alten Ausbildern, denen es sehr am Herzen liegt eben diese Traditionen zu wahren. Wir konnten Ausbilder kennenlernen, wie z.B. Dhr.v. HOUT (Körmeister) die noch heute, mit 75 Jahren, den Pak anziehen. Alleine das Anziehen dieses Anzugs ist ein Ritual für sich. Das Tragen dieses Anzugs ist eigentlich eine Ehre!!
Man stelle sich vor, der Anzug alleine wiegt zwischen 38 und 40 Kilogramm. Obwohl es heutzutage viel leichtere und auch stabilere Anzüge gibt, wird in der K.N.P.V. noch heute stets mit dem traditionellen Pak gearbeitet. Es ist ein ganz erheblicher Unterschied. Sowohl für den Hund als auch für den Helfer. So ist der Schmerzbereich im traditionellen Anzug zwar weitaus höher für den Helfer, aber die Beurteilung ob ein Hund kräftig beißt oder ob er nur die Jute im Maul haben will, kann hier viel besser getroffen werden. Ich selbst konnte schon Hunde arbeiten, die sich weigerten außer der Jute noch meinen Arm mit in den Mund zu nehmen. SELEKTION!! Ein weiterer Erhalt dieser Traditionen liegt in der Auswahl der Mitglieder. So ist es gang und gebe, zumindest habe ich es noch nicht anders kennengelernt, daß bevor ein neues Mitglied aufgenommen wird, es sich erst beweisen muß. Das heißt, die Personen müssen bis zu einem halben Jahr in jeder Übungsstunde da sein. Ohne mit ihrem eigenen Hund trainieren zu dürfen. Ist dieses halbe Jahr überstanden, wird von den Vorständen und den restlichen Mitgliedern entschieden, ob diese Person aufgenommen wird oder nicht. Ein Beispiel von dem Platz “de Amateurs” bei Herrn J.Willhelmsen: Hier muß jedes Mitglied den Pak anziehen. Man muß nicht unbedingt eine Stellübung machen, aber zum Revieren oder Transport laufen reicht es allemal. Es versteht sich von alleine, daß dies ein reiner Männerclub ist. Man versteht dann auch, warum es nur sehr wenige Frauen in der K.N.P.V. gibt die Hunde ausbilden. So war die Frau Janny van HEESEN 1996 und 1997 die erste Frau, die ihren Hund “ARRAS” auf der Holländischen Meisterschaft mit Erfolg führte. Zumal noch ein anderes Argument hinzukommt, welches sagt, daß Frauen nicht so hart ausbilden können und somit die Selektion der Hunde nicht konstant gehalten werden kann. Mit Sicherheit sehr provokativ für unsere deutschen Verhältnisse, aber der Hintergrund ist eigentlich absolut plausibel!! Die gesamte Art der Ausbildung in der K.N.P.V. dient der Selektion des Hundes. So kann man sagen, daß die Hunde durch die Art der Ausbildung selektiert werden und nicht durch die Punkte in der Prüfung. Das Ausbildungsprogramm ist sehr hart und die Aufbauarbeit sehr eindringlich für die Hunde. Ob hier bei einem Hund der Beutetrieb oder das Wehrverhalten im Vordergrund steht, wie sein Triebwechsel ist usw. interessiert hier nicht!! Hauptsache die Leistung stimmt. Durch ihr ganz klares Ausbildungsprinzip, ohne Motivationsobjekt, ohne Triebpeitsche und ohne Leckerlie, müssen die Hunde selbst Trieb machen. Ansonsten fallen sie durch das Sieb der Selektion. Es bescheißt sich also niemand selber, wie es vergleichsweise in Deutschland immer wieder zu sehen ist. Wo alle nur von Trieb reden, sie ihn aber immer selber beim Hund machen müssen!! Man sieht auch hier wieder, es wird nur auf die wesentlichen Sachen Wert gelegt. Tradition zum Erhalt des Arbeitshundes!! ICH MÖCHTE AN DIESER STELLE UNSEREN HOLLÄNDISCHEN FREUNDEN FÜR IHRE ÜBERAUS GROßZÜGIGE GASTFREUNDSCHAFT, IHRER GEDULD MIT UNSEREN HUNDEN und IHRER AUSNAHMSLOSEN HILFSBEREITSCHAFT DANKEN!!
PHV-de “BOSRAND”, PHV-de “AMATEURS”, PHV-”NOOIT GEDACHT”, PHV-“LOMBARDIJEN”, allen anderen aus ROTTERDAM und UMGEBUNG, EBENFALLS Dhr. PEKEL und seiner Familie, der gesamten Familie van HEESEN, Dhr. J.KOS, Dhr. H.WEIJERS, Dhr. J.WILLEMSE, Dhr. van HOUT und allen anderen -BEDANKT!!-

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