K.N.P.V. früher u. heute

© hondensport & sporthonden

Inhaltsverzeichnis:

Gründung der KNPV
Die Hunde dieser Epoche

Die Philosophie der KNPV

Reglement für PH1

Reglement für PH2

Reglement für Object
 

Diese Seite soll nicht nur der Aufklärung über die K.N.P.V. dienen. Sie soll unter anderem das Lebensgefühl beschreiben, welches man haben muß, wenn man seinen Hund nach diesen Kriterien ausbilden will. Vor allem aber soll diese Seite all denen DANKEN die es möglich gemacht haben, so eine Vereinigung ins Leben zu rufen und zu erhalten!!
All denen die es uns ermöglicht haben, heute immer noch gute Hunde zu kaufen und zu züchten
ALLER BESTEN DANK!!
 

Leider wird der Arbeitshund in Deutschland und somit auch dessen Kultur, immer mehr durch gewisse Konsumgüter von seinem Platz verdrängt. Welche aber innerhalb der K.N.P.V. noch nebensächlich sind. Es zählt das Motto - aus Scheiße mach Gold!!
Was im übertragenen Sinn bedeutet, daß ein Gedanke der K.N.P.V. der ist, mit so wenig Hilfsmitteln wie nötig zu arbeiten. Wieso teure Geräte kaufen, wenn man doch so vieles selber machen kann. Hier ist noch Handarbeit gefragt, welche einem quasi dazu zwingt sich andere Gedanken über diese Art der Ausbildung zu machen. Genau dies ist ein sehr großer Teil der Kultur der K.N.P.V..
Die K.N.P.V. Mitglieder arbeiten meist in sehr kleinen Vereinen, oder CLUBS wie man sie dort nennt. Hier sitzen oft noch alte Leute von denen man wirklich viel lernen kann und denen es sehr um den Erhalt ihrer Kultur geht.
Den Alten liegt hier sehr viel daran ihr Wissen weiterzugeben anstatt am Stammtisch zu versauern. Dies geschieht zwar zum Teil auf eine sehr harte Art und Weise, aber dafür muß hier keiner der Mitglieder auf ein Seminar gehen um sich Zuckerbrot und Peitsche erklären zu lassen!!!
So fallen all diejenigen, die keinen Wert auf diese Werte legen, weg.
Innerhalb dieser Clubs herrschen sehr strenge Regeln und es gibt ganz klare Richtlinien. Schwarz oder Weiß. Dazwischen gibt es nichts. Es wird hier nicht lange um den heißen Brei geredet oder lange diskutiert. Ist ein Hund qualitativ schlecht, wird einem das gleich gesagt (ohne daß der andere sauer oder beleidigt ist). Es liegt dann an jedem einzelnen, ob er weiterhin mit diesem Hund trainieren will. Sollte jemand Probleme damit haben, muß er eben gehen!!
Ebenfalls das Reglement. Es ist so alt wie die K.N.P.V. selbst und wurde seither nur sehr wenig verändert und dies auch nur auf Druck einiger Tierschützer, die bis heute nicht erkannt haben welche Arterhaltung hier betrieben wird!!!!
Wie auch immer, die Damen und Herren dieser GÖTTLICHEN Vereinigung bleiben ihrer Philosophie weiterhin treu und lassen sich durch solche mehr oder mindere Enttäuschungen nicht aus den Bahnen werfen.
Nochmals BEDANKT!!
Hat man die Möglichkeit die Hunde aus der Nähe, auf Prüfungen oder gar beim Training zu sehen, erkennt man sehr schnell, mit welcher Qualität man es hier zu tun hat und wie wichtig es ist Traditionen zu wahren. Man sollte die Prüfungen der K.N.P.V. nicht mit dem Französischen oder Belgischen Ring vergleichen. Dies ist eine Körung, die in erster Linie den guten Diensthund selektieren soll und kein Sport der mehr der Volksbelustigung dient. Dieser Satz sollte nicht falsch verstanden werden, da ich die Arbeit im Ring ebenfalls sehr mag, aber hier geht es um den Unterschied dieser verschiedenen Traditionen.
Man kann sagen die K.N.P.V. bietet die, für den Diensthundeführer, praxisbezogenste Prüfungsordnung in ganz Europa.
Sie beinhaltet über 19 Püfungsabschnitte, welche zum Teil nochmals untergliedert sind. Sollten sie weiterhin Interesse haben, werden sie auf den folgenden Seiten sehr schön sehen, wie vielseitig diese Prüfungen sind. Sie verlangen vom Hund Disziplin und Härte.
Trotz zum Teil sehr strenger Richtlinien, hat man als Hundeführer immer noch sehr viel Spielraum seinen Hund vorzuführen. So ist es, nur als Beispiel und wie auch später genauer beschrieben, möglich seinem Hund beim Suchen oder Revieren verbale wie nonverbale Kommandos zu geben um ihn so zu leiten.
 Frühzeitiges Ablassen wird nicht geahndet aber absolut nicht gerne gesehen. Ebenfalls Hunde die den Helfer quer über den Platz ziehen wollen.
Auch die Trainingsmethoden unterscheiden sich himmelweit von den Unsrigen. Es gibt hier eine Zusammenarbeit wie ich sie in Deutschland noch nie erlebt habe. Von wegen ich bin jetzt fertig und geh schön ins warme Clubhaus was Essen und ein Bierchen trinken...! Hier steht jeder bis zum Schluß auf dem Platz und wehe dem der nicht...! Du hast hier ganz andere Möglichkeiten. Dein Hund und Du werden hier regelrecht betreut. Bei jeder Übung stehen mehrere Personen bei Dir und geben Tips, oder sagen Dir wenn Du was scheiße gemacht hast. Jeder hilft jedem. Man hört hier auch nicht “mein Hund und ich”, hier hat jeder mitgeholfen den Hund auf die Prüfung zu bringen, der ganze Club!!!
Da wir viel auf Abstand arbeiten ist es auch sehr wichtig, daß immer eine gewisse Anzahl an Leuten vorhanden ist. Sie loben Deinen Hund wenn er gut gebissen hat, oder strafen ihn wenn er nicht beißen sollte. Auch die Helferarbeit sieht hier ganz anders aus. Es herrscht der Gedanke, daß der Helfer der beste Freund des Hundes ist. So geht ein Großteil des Lobes vom Helfer aus. Z.B. beim Stockstellen. Wenn der Hund gut angegriffen hat und sehr kräftig beißt, nimmt ihn der Helfer in den Arm und “schmust” mit ihm. Die Hunde bekommen hierdurch ein ganz anderes Verhältnis zum Gegner wie bei uns. Das Triebziel wird quasi umgesteckt, bzw. verstärkt. Das heißt: Hunde die es lieben einen anderen zu bekämpfen, werden in ihrem Verhalten abgesichert. Und Hunde die dieses panische Ziehen(IPO) in sich haben, also immer weg vom Helfer wollen, werden hier stark gemacht und angelernt sich in den Mann zu “fressen”.
Genauso ist es, wenn der Hund nicht beißen sollte. Der Helfer lobt hier trotzdem, bis der Hundeführer oder eine andere Person da ist um den Hund zu bestrafen.
Es ist auch so, daß der Weg, also die Ausbildung zur Prüfung, den Hund selektiert. Z.B. ist es ganz normal, daß im Training der eine mit seinem Hund suchen ist und 20 Meter weiter ein anderer eine Stellübung trainiert. Die Hunde lernen hier sich zusammenzunehmen und sich auf die jeweilige Übung zu konzentrieren, bzw. er lernt unter gewissem Druck (unterdrücken des Triebes) trotzdem sauber zu Arbeiten. Für uns Deutsche ist es mittlerweile sehr schwer dies nachzuvollziehen. Denn bei uns wäre es dann so, daß der Hund entweder nicht mehr sucht oder nicht mehr beißt. Nur noch heideidei, ja nicht zu viel Druck auf den Hund, damit er auch noch freudig aussieht. Oder soviel wie möglich mit dem E-Gerät, daß der Hund kein Meideverhalten gegen den Führer entwickelt und einigermaßen triebig bleibt.
Bei der K.N.P.V. gibt es das E-Gerät nur zum Schluß, wenn man gar nicht mehr weiter weiß, um eine Blockade zu setzen.
Man erkennt schon jetzt gewisse Unterschiede in der Philosophie dieser Menschen, dabei geht die Geschichte jetzt erst richtig los:

Beginnen wir nun mit der Geschichte und dem Grundgedanke der K.N.P.V.:
Der erste Name dieser Vereinigung war N.P.V.(Nederlandse Politiehond Vereniging). Erst im November 1907 kam das K in das Logo. Nun fragen sich viele Leute wo das K im Logo sei ?
-Das K wird durch die Krone über den Buchstaben N.P.V. symbolisiert.
Es gab zu dieser Zeit in Holland keine Organisation die es sich zur Aufgabe gesetzt hatte, Hunde für den polizeilichen Dienst auszubilden und zu selektieren. Mit dem Zusammenschluß der N.P.V. war es dann soweit.
Der Sinn war es, Hunde nicht nur für den Zugriff zu züchten, sie sollten alles können. Beim Schwimmen angefangen, über das abstöbern(Revieren) großer Wald- und Wiesenflächen, Apportieren verschiedenster Gegenstände, Auffinden und Apportieren von Patronenhülsen, Schlüsseln, Münzen und und und...
Selbstverständlich spielte auch die Mannarbeit eine ganz erhebliche Rolle. Um die Hunde bestmöglichst beurteilen und selektieren zu können, gab es nur einen Weg, die Aufstellung und Einhaltung verschiedener Regeln.
Die Wegbereiter der K.N.P.V. waren folgende Personen:
Dhr. COUWENBERG mit seinem Boxer”MAX”
Dhr. van OOSTEN mit seinem Schäferhund “HECTOR”
Dhr. STEIJNS mit seinem Hollandse Herder “GERMANICUS”(Frits)
Dhr. LOKERSE mit seinem Französischen Schäferhund “PIET”
 

Lange bevor es die N.P.V. gab, konnten diese Männer sehr gute Erfolge mit ihren Hunden erzielen, wofür sie selbstverständlich auch honoriert werden sollten.
Im September 1907 meldete sich Kommisar MÜLLER, einer der damaligen Richter des Deutschen Polizeihundevereins, bei Herrn HERFKENS, Inspektor in Den Haag, und lud ihn zu einem Treffen nach Hagen ein, um bei einem Wettstreit von Polizeihunden zuzusehen.
Herr Herfkens traf dort Herrn KESSLER, ebenfalls aus Den Haag. Und zusammen mit einer Bekanntschaft von Herrn Kessler, dem Herrn STEIJNS aus Roosendaal, beschlossen sie, daß es Zeit war in Holland auch eine Polizeihundevereinigung zu gründen.


Dhr. STEIJNS   Dhr. KESSLER  Dhr. Herfkens

Da es zu dieser Zeit nur in Belgien und Deutschland einen solchen Polizeihundeverein gab, stand fest, daß die Zeit reif dafür war!!

Am 25. Oktober 1907 trafen sich also die drei Herren im Haus von Herrn STEIJNS in ROOSENDAAL und gründeten die (K).N.P.V..
Das offizielle Datum war der 1. November 1907!!


Ein kleiner Auschnitt der Stadt ROOSENDAAL

Von den vielen Leuten die zum Wachstum der K.N.P.V. ihren Beitrag geleistet haben, sei Herr J. KEY (Präsident von 1920 - 1926) noch zu erwähnen. Der größte Teil des ersten KNPV Reglements wurde von ihm verfaßt.
Nach den Festlegungen des Reglements wurde sehr viel von deutschen Polizeihundevereinen übernommen. Ebenfalls sollte COLONEL G.J.P.A. THOMSON erwähnt werden, welcher, als Kassier von 1920-1927, einer der treibenden Kräfte, der damals noch recht “verrückten” K.N.P.V., war!!

Colonel THOMSON                            Dhr. KEY


Das Herz der K.N.P.V. lag damals in Süd-Holland. Es gab noch in der Provinz Overijssel eine kleine Anzahl Mitglieder, die sich, unabhängig von der N.P.V., zur “Abteilung Overijssel” zusammenschlossen. Hierdurch wurde die Struktur der N.P.V. geformt und alsbald folgten andere Abteilungen.
So kamen dann folgende Regionen hinzu:
1908- Overijssel
1909- Nord- und Südholland
1910- Nord Brabant und Utrecht
1912- Gelderland
1919- Limburg
1925- Zeeland

Zu den Hunden dieser Epoche:
Zu Beginn der (K).N.P.V. wurden verschiedene Rassen geführt. In den ersten 25 Jahren betrug die Zahl der K.N.P.V. zertifizierten Hunde nicht mehr als 33 im Jahr. Die nidrigste Zahl war 1921 mit 12 Zertifikaten und die höchste 1925 mit 60 Zertifikaten.
Im Vergleich zu heute war das nichtig. Die heutigen ausgestellten Zertifikate belaufen sich auf bis zu 1000 Stück im Jahr.
Die meisten, damals vertretenen Rassen waren der Hollandse Herder, der Deutsche Schäferhund, der Mechelaar oder Malinois, der Dobermann, der Grönendal und selbstverständlich der Bouvier!! Die Zuführung anderer Rassen war offensichtlich nur ein Experiment.
Fakt ist, daß der Hollandse Herder(HH) einer der am stärksten vertretenen Rassen der damaligen Zeit war.
Die Zuchtpolitik des HH übernahm damals der NHC. Welcher 1914 nur noch gestromte Hunde zur Zucht zuließ. “Gelbe” Hunde waren Ausschuß und wurden als Belgische Schäferhunde gehandelt. Dies erklärt auch die steigende Zahl an Belgischen Schäferhunden in der K.N.P.V..

“KELINERIN” (ALI) Deutscher Schäferhund  Geb.: 17. 06. 1909

“SPITZ” Hollandse Herder Hündin  / Reg. Nr.: 149

“RACKER” Deutscher Schäferhund Reg. Nr.: NPV 15977 / Geb.: 20. 08. 1909

In der folgenden Grafik sieht man ganz gut die Entwicklung verschiedener Rassen in der K.N.P.V.:

In den ersten 25 Jahren erhielten 822 Hunde ein K.N.P.V. Zertifikat.
Außer den obengenannten, sechs meist vertretenen, Rassen gab es außerdem noch folgende zertifizierte Hunde:
5 Airedale Terrier
8 Briards
15 Beaucerons
9 Rottweiler
und
1 Riesenschnauzer
Der Rest waren Mischungen die nicht mehr nachvollzogen werden können.

 

Rottweilerfamilie: Hündin “ORTRUD” mit ihrem Nachwuchs. Wurftag: 17. 05. 1916
 


Bouviersfamilie


Dobermann Hündin “LINDA” NPV 286 / geb.: 15.03.1911


Einer der Gründer, Herr D. OTTEN, teilte mit, wie sehr er es bedauerte, daß ab 1932 viele bewiesene Hollandse Herder Blutlinien in Vergessenheit gerieten, als es darum ging Polizeihunde mit Papiere zu züchten. Die Zucht von Mischlingen verbreitete sich aber dennoch immer mehr. Zum Einen lag es an den finanziellen Mitteln, Mischlinge waren natürlich billiger als Stammbaumhunde, zum Anderen lag es daran, daß der “Raad van Beheer”, Holländische Organisation für die Stammbaumregistrierung (FCI), im Gegensatz zu den umliegenden Ländern, kein Ausbildungskennzeichen verlangte, wenn ein Hund einen Championtitel erreichen sollte.
Nach dem 2. Weltkrieg sind dann auch noch viele Welpen von Stammbaumhunden aus finanziellen Mitteln nicht registriert worden. Die Registrierung kostete viel Geld und den Menschen war es wichtiger einen qualitativ guten Hund zu haben, als ein Stück Papier, welches an der Qualität des Hundes sowieso nichts ändern könnte. Hierdurch entstand die Splitterung zwischen Stammbaumhunden und Mischlingen.
Bis heute wird in der K.N.P.V. hauptsächlich mit Mischlingen trainiert. Das bedeutet aber nicht, daß die Vorfahren unbekannt sind!! Die meisten Züchter in der K.N.P.V. wissen die komplette Abstammung ihrer Hunde.
In der K.N.P.V. sind die allermeisten Linien sehr solide und können sehr weit zurückverfolgt werden!!!

“MARCO” war 1939 Champion in der Region NOORD BRABANT

Die Philosophie der K.N.P.V.
war ganz klar. Es sollte sich nur um die wesentlichen Dinge im Hund drehen. Alleine die Gesundheit und damit die Arbeitsfähigkeit waren ausschlaggebend für die Zucht. Diese Philosophie wurde in einem sehr starken Maß bis heute weitergegeben. Dies konnte zum einen durch die umfangreiche Prüfungsordnung erreicht werden, zum anderen durch den Stolz der Mitglieder die stets bestrebt waren nur das Beste zu züchten!!
Da schon damals wie heute die Prüfungsordnung der K.N.P.V. die praxisorientierteste PO der Welt war und ist, war es ein Kinderspiel diese Hunde in der ganzen Welt “anzusiedeln”!!
Dies ist heute immer noch so. Sämtliche Einrichtungen und Vereinigungen, die nun gegründet wurden, übernahmen zum Teil sehr große Stücke aus dieser PO. Ob Franzosen, Belgier, Amerikaner oder Israelis, sämtliche Nationen kaufen noch heute in sehr großem Umfang zertifizierte Hunde der K.N.P.V.. Nicht nur um ihre eigenen Linien aufzubessern, vor allem deswegen, weil die meisten ausgebildeten Hunde einfach zu übernehmen und sie sofort einsatzbereit sind. Dies zeichnet diese Hunde besonders aus.
Ebenfalls die Prüfungsordnung, welche so einfach wie möglich und trotzdem sehr umfangreich gehalten wurde. Sie beschränkt sich, wie die Zucht, nur auf wesentliche Sachen. Es gibt hier keine Dressur wie im IPO Sport, wo die Hunde immer akurat und militaristisch alles machen müssen. Z.B. Wenn es heißt “Volgen” (FUß), bedeutet das für den Hund nicht Kopf in den Nacken und wie eine Maschine mitzumaschieren, sondern dem Herrn folgen und aufpassen was um ihn herum passiert. Die Übungen an sich müssen auf jeden Fall sicher ausgeführt werden aber nicht militaristisch.

Zu den Prüfungsordnungen:
In der K.N.P.V. gibt es verschiedene Prüfungsstufen.
Es gibt die Polizeihundeprüfung 1 und 2,
den Objektbewachungshund
den Suchhund und
den Rettungshund.
Schon damals wurde sehr viel Wert auf das Individuum des Hundes gelegt. Was bedeutet, daß sich nicht jeder Hund als Zugriffshund oder Suchhund eignete. Aus diesem Grund wurde schon in den alten Tagen Hunde auf ihre speziellen Einsatzbereiche hin selektiert. Brauchte man einen Suchhund, so gab es Spezialisten auf diesem Gebiet. Benötigte man einen guten Zugriffshund, so mußte man nicht erst warten bis das SEK vor Ort war, man rief einfach den Beamten um die Ecke!!
Auch dies ist heute immer noch so!!
In Holland gibt es spezielle Institutionen der K.N.P.V. die nur Suchhunde für Drogen, Sprengstoffe, Leichen, Tabak und alles andere ausbilden. Es gibt Schulen die nur auf das Retten von Menschen spezialisiert sind und es gibt die zahlreichen PHV- Clubs die, einzig und allein, Hunde für den Einsatzbereich auf der “Straße” ausbilden.
Hier muß man nochmals unterscheiden, zwischen dem Objekthund(Obj.) und dem Polizeihund(PH). Der Objekthund ist alleine nur für das Bewachen und Beschützen fremder Objekte zuständig. Der Polizeihund dagegen ist überall im Einsatz. Obwohl sich die Prüfungsordnungen nur im Geringsten unterscheiden.
Es sei noch erwähnt, daß die K.N.P.V. das Glück besitzt, alte Traditionen zu hegen. Das liegt unter anderem an sehr vielen alten Ausbildern, denen es sehr am Herzen liegt eben diese Traditionen zu wahren. Wir konnten Ausbilder kennenlernen, wie z.B. Dhr.v. HOUT (Körmeister) die noch heute, mit 75 Jahren, den Pak anziehen. Alleine das Anziehen dieses Anzugs ist ein Ritual für sich.
Das Tragen dieses Anzugs ist eigentlich eine Ehre!!
              

Man stelle sich vor, der Anzug alleine wiegt zwischen 38 und 40 Kilogramm. Obwohl es heutzutage viel leichtere und auch stabilere Anzüge gibt, wird in der K.N.P.V. noch heute stets mit dem traditionellen Pak gearbeitet. Es ist ein ganz erheblicher Unterschied. Sowohl für den Hund als auch für den Helfer. So ist der Schmerzbereich im traditionellen Anzug zwar weitaus höher für den Helfer, aber die Beurteilung ob ein Hund kräftig beißt oder ob er nur die Jute im Maul haben will, kann hier viel besser getroffen werden. Ich selbst konnte schon Hunde arbeiten, die sich weigerten außer der Jute noch meinen Arm mit in den Mund zu nehmen.
SELEKTION!!
Ein weiterer Erhalt dieser Traditionen liegt in der Auswahl der Mitglieder. So ist es gang und gebe, zumindest habe ich es noch nicht anders kennengelernt, daß bevor ein neues Mitglied aufgenommen wird, es sich erst beweisen muß. Das heißt, die Personen müssen bis zu einem halben Jahr in jeder Übungsstunde da sein. Ohne mit ihrem eigenen Hund trainieren zu dürfen. Ist dieses halbe Jahr überstanden, wird von den Vorständen und den restlichen Mitgliedern entschieden, ob diese Person aufgenommen wird oder nicht.
Ein Beispiel von dem Platz “de Amateurs” bei Herrn J.Willhelmsen: Hier muß jedes Mitglied den Pak anziehen. Man muß nicht unbedingt eine Stellübung machen, aber zum Revieren oder Transport laufen reicht es allemal. Es versteht sich von alleine, daß dies ein reiner Männerclub ist.
Man versteht dann auch, warum es nur sehr wenige Frauen in der K.N.P.V. gibt die Hunde ausbilden. So war die
Frau Janny van HEESEN 1996 und 1997 die erste Frau, die ihren Hund “ARRAS” auf der Holländischen Meisterschaft mit Erfolg führte.
Zumal noch ein anderes Argument hinzukommt, welches sagt, daß Frauen nicht so hart ausbilden können und somit die Selektion der Hunde nicht konstant gehalten werden kann. Mit Sicherheit sehr provokativ für unsere deutschen Verhältnisse, aber der Hintergrund ist eigentlich absolut plausibel!!
Die gesamte Art der Ausbildung in der K.N.P.V. dient der Selektion des Hundes. So kann man sagen, daß die Hunde durch die Art der Ausbildung selektiert werden und nicht durch die Punkte in der Prüfung. Das Ausbildungsprogramm ist sehr hart und die Aufbauarbeit sehr eindringlich für die Hunde. Ob hier bei einem Hund der Beutetrieb oder das Wehrverhalten im Vordergrund steht, wie sein Triebwechsel ist usw. interessiert hier nicht!! Hauptsache die Leistung stimmt.
Durch ihr ganz klares Ausbildungsprinzip, ohne Motivationsobjekt, ohne Triebpeitsche und ohne Leckerlie, müssen die Hunde selbst Trieb machen. Ansonsten fallen sie durch das Sieb der Selektion. Es bescheißt sich also niemand selber, wie es vergleichsweise in Deutschland immer wieder zu sehen ist. Wo alle nur von Trieb reden, sie ihn aber immer selber beim Hund machen müssen!!
Man sieht auch hier wieder, es wird nur auf die wesentlichen Sachen Wert gelegt.
Tradition zum Erhalt des Arbeitshundes!!
 
ICH MÖCHTE AN DIESER STELLE UNSEREN HOLLÄNDISCHEN FREUNDEN FÜR IHRE ÜBERAUS GROßZÜGIGE GASTFREUNDSCHAFT, IHRER GEDULD MIT UNSEREN HUNDEN und IHRER AUSNAHMSLOSEN HILFSBEREITSCHAFT DANKEN!!

PHV-
de “BOSRAND”, PHV-de “AMATEURS”, PHV-”NOOIT GEDACHT”, PHV-“LOMBARDIJEN”, allen anderen aus ROTTERDAM und UMGEBUNG, EBENFALLS Dhr. PEKEL und seiner Familie, der gesamten Familie van HEESEN, Dhr. J.KOS, Dhr. H.WEIJERS, Dhr. J.WILLEMSE, Dhr. van HOUT und allen anderen
-BEDANKT!!-


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